Millimeterarbeit: Bladelifter manövriert 75-Meter-Rotorblätter zum Windpark

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Der Transport von Flügeln für Windenergieanlagen durch das Rothaargebirge in Deutschland ist eine ingenieurtechnische Herausforderung, bei der jeder Meter zählt. Enge Kurven, steile Steigungen und begrenzter Platz lassen wenig Raum für Fehler. Mit einem sogenannten Bladelifter, den Volkswind erstmals einsetzt, können die 75 Meter langen Blätter in verschiedene Winkel gedreht werden, so dass anspruchsvolles Gelände sicher durchgequert werden kann.

Im Windenergieprojekt Kirchhundem kommt erstmals in der Geschichte von Volkswind ein sogenannter Bladelifter zum Einsatz. Die Spezialtechnik wird genutzt, um die Rotorblätter von einem Umladeplatz durch das anspruchsvolle, topografisch schwierige Gelände bis zur eigentlichen Baustelle zu transportieren.

Die Transporte zählen zu den technisch eindrucksvollsten Phasen des Projekts. Mit Hilfe des Bladelifters können die jeweils 75 Meter langen Rotorblätter während der Fahrt angehoben und gezielt geneigt werden. So lassen sich enge Kurven, starke Steigungen und begrenzte Platzverhältnisse überwinden, die mit herkömmlichen Transportfahrzeugen nicht oder nur mit erheblichem Zusatzaufwand passierbar wären.

Gerade im Mittelgebirgsraum rund um Kirchhundem ist diese Flexibilität entscheidend. Der Einsatz des Bladelifters ermöglicht es, die bestehende Infrastruktur zu nutzen und Eingriffe in Landschaft und Verkehrswege so gering wie möglich zu halten.

Der Windpark Kirchhundem umfasst insgesamt fünf Windenergieanlagen des Typs Vestas V150 mit einer Einzelleistung von jeweils 6 Megawatt. Mit einem Rotordurchmesser von 150 Metern, einer Nabenhöhe von 169 Metern und einem prognostizierten Ertrag von rund 58 Millionen Kilowattstunden wird das Projekt zukünftig Strom für rund 14.500 Vier-Personen-Haushalte decken.

Kurz erklärt: Warum werden Bladelifter beim Transport eingesetzt?

Rotorblätter moderner Windenergieanlagen erreichen heute Längen von über 80 Metern. Der Transport solcher Bauteile stellt insbesondere in bergigem oder bewaldetem Gelände eine besondere Herausforderung dar.

Bladelifter kommen hier zum Einsatz, weil sie:

  • Rotorblätter aktiv anheben und neigen können: Das Blatt wird hydraulisch gedreht, um Hindernisse, Böschungen oder enge Kurven zu passieren.
  • Transporte auf bestehenden Straßen ermöglichen: Aufwendige Ausbaumaßnahmen oder großflächige Rodungen lassen sich häufig vermeiden.
  • Logistische Sicherheit erhöhen: Kritische Streckenabschnitte können kontrolliert und mit geringerer Geschwindigkeit befahren werden.
  • Bauabläufe planbarer machen: Auch in schwierigem Terrain bleiben Transporte zeitlich und technisch beherrschbar.

Der Einsatz von Bladeliftern ist damit ein wichtiges Instrument, um moderne Windenergieanlagen auch an anspruchsvollen Standorten realisieren zu können. Auch in dem Windpark Burbach II, der ein paar Kilometer weitere gerade errichtet wird, kommt der Bladelifter zum Einsatz.

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