Klaus Heckenberger: 100 Tage im Amt bei Volkswind und Axpo

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Zum 1. November 2025 hat Klaus Heckenberger, die Leitung von Volkswind und der Division Wind von Axpo übernommen. Im Interview sprechen wir mit ihm über seine ersten 100 Tage im Amt, seine Motivation, seinen Blick auf den Markt und die Schwerpunkte für Volkswind in den kommenden Jahren.

Du bist seit rund 100 Tagen Geschäftsführer von Volkswind und Leiter der Division Wind bei Axpo. Worauf hast du in der Anfangsphase bewusst den Fokus gelegt?

In den ersten Wochen ging es mir vor allem darum, mir ein umfassendes Bild vom Unternehmen zu verschaffen. Ich habe viele Gespräche geführt, mir Abläufe und Prozesse angesehen und versucht zu verstehen, wie Volkswind in den verschiedenen Märkten agiert.

Auch wenn ich viele Ideen mitbringe, habe ich mich in dieser Phase bewusst darauf konzentriert, genau hinzuschauen und zuzuhören, um auf einer fundierten Grundlage weiterzuarbeiten.

Wenn du auf deine ersten 100 Tage zurückblickst: Wie fällt dein erstes Fazit aus?

Mein Fazit ist sehr positiv. Ich habe ein starkes Team mit einer offenen, konstruktiven Unternehmenskultur kennengelernt. Zudem verfügt Volkswind über eine sehr solide Basis und ein großes Entwicklungspotenzial. Als international tätiges Unternehmen bewegen wir uns in unterschiedlichen Marktumfeldern, die jeweils eigene Rahmenbedingungen und Herausforderungen mitbringen. Unser Ziel wird es sein, diese Unterschiede noch klarer zu berücksichtigen, unsere Organisation und Prozesse weiter zu schärfen und unsere Marktposition in den einzelnen Ländern gezielt auszubauen.

Was hat dich motiviert, die Rolle als CEO von Volkswind und Leiter der Division Wind von Axpo zu übernehmen?

Ich bin aus tiefster Überzeugung in unserer Branche tätig. Wind an Land ist für Europa der wichtigste Träger der erneuerbaren Energieerzeugung. In Kombination mit Photovoltaik und Speichern ist der weitere und zügige Ausbau der Windenergie die Basis für eine vollständige Energieversorgung aus regenerativen Energiequellen. Axpo vereint alle regenerativen Energieerzeugungssparten auf einem sehr professionellen Niveau unter einem Dach und hat damit hervorragende Möglichkeiten, die Energiewende maßgeblich mitzugestalten. An Volkswind selbst hat mich gereizt, ein Unternehmen zu führen, das seit mehr als 30 Jahren eine wichtige Rolle in der europäischen Energiewende spielt und diese von Anfang an mitgestaltet hat. Zudem hat mich die internationale Verantwortung als Leiter der Division Wind bei Axpo motiviert. Und dass Volkswind in Frankreich so gut verankert ist, freut mich persönlich besonders, weil ich am Ende meines Studiums ein Jahr in Frankreich verbracht und daher besondere Beziehungen zu dem Land habe.

Mit welchen Erwartungen bist du in die Rolle des Geschäftsführers von Volkswind und Leiter der Division Wind bei Axpo eingestiegen?

Ich bin mit der Erwartung gestartet, auf einer starken und bewährten Grundlage weiterzuarbeiten. Volkswind ist ein traditionsreiches Unternehmen mit einer festen Position in zwei wichtigen Märkten: Das bietet eine sehr gute Ausgangslage für weiteres Wachstum. Besonders interessant ist die Kombination aus der Professionalität und den Ressourcen eines Großunternehmens wie Axpo und der unternehmerischen Dynamik eines mittelständischen Players. Diese Mischung schafft die richtige Basis, um weiter solide zu wachsen.

Was begeistert dich persönlich an erneuerbaren Energien und insbesondere an der Windenergie?

Ich bin überzeugt, dass wir von fossilen Energieträgern wegkommen müssen; das ist eine zentrale Verantwortung, die wir tragen. Hierbei geht es natürlich um Klimaschutz, aber auch um Unabhängigkeit im energiepolitischen Sinne sowie um Wertschöpfung und Schaffung von Arbeitsplätzen in Europa. Konventionelle Energien bringen zunehmend Schwierigkeiten mit sich, während erneuerbare Energien Zukunftssicherheit bieten. Gerade die Windenergie an Land begeistert mich, weil sie schon heute einer der wichtigsten Energielieferanten in Europa ist und gleichzeitig enormes weiteres Potenzial bietet.

Was ändert sich für unsere Partner durch den Wechsel in der Geschäftsführung?

Für unsere Landeigentümer, mit denen wir Verträge haben, ändert sich nichts. Auch in Zukunft werden sie mit Volkswind selbstverständlich einen zuverlässigen Partner an ihrer Seite haben.

Wie wichtig sind langfristige Partnerschaften mit Landeigentümern für unsere Unternehmensstrategie?

Sie sind ein absoluter Schlüssel zum Erfolg. Ohne Vertrauen, Fairness und Verlässlichkeit auf beiden Seiten lassen sich Windenergieprojekte nicht erfolgreich umsetzen. Diese Partnerschaften bilden die Grundlage für jede langfristige Projektpipeline.

Was macht die Zusammenarbeit mit Volkswind für Landeigentümer attraktiv?

Volkswind ist ein erfahrener und zuverlässiger Windparkentwickler, der mehr als 600 Windkraftanlagen in Europa realisiert hat. Wir verstehen unser Geschäft und wir verstehen die Landeigentümer. Wir sind nahbar, haben eine hohe Präsenz vor Ort und setzen auf partnerschaftliche Zusammenarbeit. Wir versprechen keine Luftschlösser, sondern bieten realistische, tragfähige und faire Angebote. Wir kommunizieren jeden Projektschritt verständlich, bieten feste Ansprechpersonen und nutzen klare, erprobte Vertragsmodelle. Unser Anspruch ist, dass Landeigentümer jederzeit wissen, in welchem Stadium das Projekt steht und welche Entscheidungen anstehen. Wenn einmal etwas nicht klar sein sollte, steht unser Projektteam jederzeit zur Verfügung.

Welche Botschaft möchtest du Landeigentümern mitgeben, die über eine Zusammenarbeit nachdenken?

Wenn Sie einen verlässlichen Partner suchen, der langfristig denkt und Projekte fair entwickelt, sind Sie bei uns richtig. Gemeinsam können wir etwas schaffen, das wirtschaftlich sinnvoll und ökologisch wertvoll ist. Wir benötigen die Flächen für die Erneuerbaren Energie und beziehen unsere Grundstückspartner in die Planung mit ein. Volkswind hat vielfältige Erfahrungen und wir kennen die spezifischen Anforderungen der unterschiedlichsten Flächen, egal ob auf anspruchsvollen Flächen im Wald oder auf Ackerland.  

Die starke Genehmigungsdynamik der vergangenen Jahre wird häufig der Vorgänger-Regierung zugeschrieben. Was erhoffst du dir von der neuen Regierung?

Die Ausweisung neuer Flächen und die Beschleunigung der Genehmigungen waren große Erfolge, die wir ganz klar der vorherigen Regierung zuschreiben können. Jetzt kommt es darauf an, die Energiewende im Kontext eines diversifizierten Energiemixes weiterzudenken. Wenn ich einen Wunsch an die Bundesregierung frei hätte, dann wäre es ganz klar: Bitte macht nichts kaputt, was gut funktioniert. Wir brauchen Stabilität, Verlässlichkeit und klare Regeln und keine ständigen Änderungen, die gut laufende Prozesse wieder verkomplizieren oder Investitionssicherheit untergraben. Kontinuität ist wichtig für die Windenergiebranche.

Welche Rolle spielen Batteriespeicher für Volkswind?

Die Kombination von Windenergie, Photovoltaik und Batteriespeichern ist ein wichtiger Schlüssel für die optimale Ausnutzung von Netzkapazitäten. Ein gutes Beispiel dafür ist unser Hybridprojekt im französischen Boi‑Paillet, wo Windenergie, Photovoltaik, ein eigenes Umspannwerk und Batteriespeicher gerade vollständig integriert werden und wir wichtige praktische Erfahrungen im Bereich der Regelungstechnik sammeln. Dort zeigt sich sehr deutlich, wie Speicher überschüssige Windenergie aufnehmen und zeitversetzt ins Netz zurückgeben und damit die verfügbaren Netzkapazitäten optimal ausnutzen.

Welche Ziele möchtest du im ersten Jahr als CEO erreichen?

Im ersten Jahr möchte ich vor allem unsere Wachstumsbasis in den einzelnen Ländern weiter stärken und die jeweiligen Länderstrategien noch klarer ausrichten. Gleichzeitig will ich unsere Digitalisierung vorantreiben und unseren bestehenden Fokus auf Effizienz konsequent weiterführen. Das Windgeschäft soll in all unseren Kernmärkten spürbar wachsen, sowohl durch den Ausbau unserer Projektpipeline als auch durch Expansion in Regionen mit starkem Potenzial. Ein weiterer Schwerpunkt wird der Ausbau von direkter Belieferung von Industriekunden und weiteren Großabnehmern mit Strom aus unseren Windenergieanlagen sein, insbesondere in Ländern ohne ein Tarifsystem.

Wo siehst du Volkswind in fünf bis zehn Jahren?

In fünf bis zehn Jahren sehe ich Volkswind als ein Unternehmen, das mindestens drei Mal so groß ist wie heute, gemessen an unserer Projektpipeline, der installierten Leistung und unserer Präsenz in Europa. Wir werden unser Kerngeschäft, die Windenergie, weiter konsequent ausbauen und dabei noch stärker vom Know-how unserer Konzernmutter Axpo profitieren. Als Axpo können wir technologieübergreifende Lösungen implementieren, sei es bei digitalen Lösungen, innovativen Betriebsmodellen oder im Bereich Speichertechnologien.

Gleichzeitig werden wir Synergien in der Flächensicherung viel gezielter nutzen: Windparks lassen sich ideal mit Photovoltaik und Batteriespeichern kombinieren, und genau diese Hybridisierung werden wir aktiv vorantreiben.

Wenn du einige Jahre in die Zukunft blickst, woran würdest du deinen eigenen Erfolg als Volkswind CEO messen?

Wenn ich einige Jahre in die Zukunft blicke, dann würde ich meinen eigenen Erfolg vor allem daran messen, dass wir unsere Ziele nicht nur erreicht, sondern übertroffen haben. Ein zentraler Indikator für mich sind dabei natürlich die Zahlen. Genauso wichtig ist mir aber, dass unsere Mitarbeitenden zufrieden sind und ein starkes Wir‑Gefühl leben. Dasselbe gilt für unsere Partner, insbesondere die Landeigentümer.

Darüber hinaus möchte ich, dass Volkswind in der Öffentlichkeit positiv wahrgenommen wird –  als verlässlicher Partner, als verantwortungsvoller Projektentwickler und als wichtiger Teil der Energiewende. Und schließlich soll unsere Stimme auch in der politischen Arbeit hörbar sein. Wir tragen Verantwortung für die Zukunft der Energieversorgung, und diese Verantwortung möchte ich mitgestalten.

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